Was die Überarbeitung der Offenlegungsverordnung (SFDR 2.0) wirklich verändert

Fenion hat die wichtigsten Bausteine analysiert – und zeigt, warum SFDR 2.0 für mehr Klarheit sorgen kann, aber auch neue Herausforderungen bringt.
Angedacht sind klar definierte Produktkategorien, deutlich vereinfachte Offenlegungspflichten und ein stärkerer Fokus auf die Vermeidung von Greenwashing. 

Karin Ladinig
12. Januar 2026
5 Minuten
Neuigkeiten
Fondsdaten

Die bisherige Marktpraxis, Artikel 8 und 9 als Nachhaltigkeitslabels zu interpretieren, soll enden. Stattdessen führt die Kommission verbindliche Kategorien ein – Transition-Produkte (Artikel 7), ESG-Integration („ESG Basics“, Artikel 8), Produkte mit klar messbarem Nachhaltigkeitsziel (Artikel 9) sowie eine zusätzliche Kategorie für gemischte Produkte (Artikel 9a). Für alle Kategorien gelten einheitliche Mindeststandards, darunter verbindliche Ausschlüsse, teils ergänzt durch strengere Fossil-Fuel-Regeln.

Gleichzeitig soll SFDR 2.0 die Offenlegung deutlich verschlanken: 

Vorvertragliche Informationen werden gekürzt und neu strukturiert, Website-Pflichten reduziert und ein eigenes Nachhaltigkeitsmodul im PRIIPs-KID eingeführt. Die Kommission plant zudem eine komplette Überarbeitung der technischen Standards (RTS) mit einfacheren Templates, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen und die Komplexität zu reduzieren. Parallel dazu entlastet der Vorschlag Unternehmen erheblich, indem die PAI-Offenlegung auf Unternehmensebene entfällt, ebenso wie die Pflicht, Vergütungsinformationen mit Nachhaltigkeitsrisiken zu verknüpfen. 

Welche Auswirkungen wird die SFDR 2.0 auf den Markt haben: 

Aus Sicht von Fenion werden die Änderungen spürbare Folgen für Produktanbieter und Investoren haben. Die geplanten Kategorien und Mindeststandards verschieben den Fokus von breiten ESG-Angaben hin zu einer klareren, nachvollziehbaren Produktlogik. Da Taxonomie-Daten künftig nur offenzulegen sind, wenn sie für die Strategie relevant sind, reduziert sich der formale Berichtsdruck – gleichzeitig steigen die Anforderungen an die inhaltliche Konsistenz zwischen Produktstrategie, Datenbasis und SFDR-Kategorie. Anpassungen im PRIIPs-KID sollen zudem für Retail-Investoren transparenter machen, ob ein Produkt wirklich Artikel 7, 8 oder 9 entspricht. 

Für Asset Manager bedeutet das:

Datenprozesse müssen genauer nachhalten, welche Positionen auf die 70-Prozent-Quote einzahlen, wie Ausschlüsse umgesetzt werden und wie Impact- oder Transition-Ziele robust gemessen werden. Auch das EET dürfte überarbeitet werden – mit neuen Feldern zu Kategorien, Ausschlüssen und PAI-Indikatoren –, wodurch sich Schnittstellen und Datenlogik erneut ändern. Für Investoren kann dies mehr Vergleichbarkeit schaffen, setzt aber voraus, die methodischen Unterschiede zwischen Produkten sorgfältig zu prüfen.

Entscheidend wird nun sein, wie die finalen RTS ausgestaltet werden – sie bestimmen letztlich, ob SFDR 2.0 tatsächlich für mehr Klarheit sorgt oder neue Komplexität schafft. 

Fenion wird die weiteren Entwicklungen eng begleiten und für Marktteilnehmer einordnen.

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns persönlich.

Karin Ladinig

Product Manager Fund Data

Das könnte dich sonst noch interessieren