CSSF-Aufsichtsschwerpunkte 2026: Was Fondsmanager in Luxemburg jetzt wissen müssen

Am 31. März 2026 hat die CSSF ihre Aufsichtsschwerpunkte für den Investmentfondssektor veröffentlicht. In Einklang mit den strategischen Prioritäten der ESMA sowie dem IOSCO-Arbeitsprogramm 2026 ist die Botschaft eindeutig: Die Erwartungshaltung hat sich verändert – von bloßer Kenntnis der Anforderungen hin zur nachweisbaren Umsetzung.

Nikolaus Sernetz
27. April 2026
5 Minuten
Neuigkeiten
Regulatorik

Die Agenda für 2026 führt keine neuen Themen ein, sondern verschärft die Prüfintensität in Bereichen, in denen der Rahmen bereits ausgereift ist und Umsetzungslücken fortbestehen.

1. Governance und Drittparteienrisiken


Die CSSF wird die CSA der ESMA zu internen Revisions- und Compliance-Funktionen weiterverfolgen und plant für das zweite Halbjahr 2026 eine neue CSA zur Risikomanagementfunktion. Eine auf Stichproben basierende Studie wird die Einhaltung der 14 Grundsätze der ESMA zur Überwachung des Drittparteienrisikos durch Investmentfondsmanager (IFM) sowie der Delegierungsanforderungen gemäß dem CSSF-Rundschreiben 18/698 bewerten.

2. IKT- und Cyberrisiken (DORA)


Die Einhaltung der DORA ist nun fester Bestandteil der Aufsichtsprogramme für IFMs. Die CSSF wird die Umsetzungsqualität risikobasiert überwachen – mit Schwerpunkt auf IKT-Risikomanagementverfahren, Rahmenbedingungen für Sicherheitsvorfälle sowie Meldepflichten für schwerwiegende Vorfälle gemäß dem CSSF-Rundschreiben 25/893. Unternehmen, deren DORA-Prozesse nur auf dem Papier existieren, aber nicht in der Praxis umgesetzt werden, müssen mit verstärkten Kontrollen rechnen.

3. Liquiditäts-, Kredit- und Vernetzungsrisiken


Das Liquiditätsmanagement rückt verstärkt in den Fokus – insbesondere bei semi-liquiden Fonds und offenen ELTIFs. Thematische, stichprobenbasierte Prüfungen werden das Liquiditätsrisikomanagement sowie das Kreditrisikomanagement bei Fonds mit Private-Debt-Engagement abdecken. Die Auswahl und operative Umsetzung von Liquiditätsmanagement-Instrumenten (LMTs) durch Manager offener Fonds wird ebenfalls bewertet. Die CSSF wird zudem weiterhin AIFs und UCITS mit erhöhter Hebelwirkung (Leverage) überwachen, in denen sich die im makroprudenziellen Rahmen identifizierten strukturellen Anfälligkeiten widerspiegeln.

4. Bewertung von Vermögenswerten


Die Governance im Bereich der Bewertung bleibt weiterhin ein zentraler Aufsichtsschwerpunkt. Vor-Ort-Prüfungen werden sich auf die Bewertungsorganisation von IFMs konzentrieren, ergänzt durch thematische Überprüfungen offener Private-Asset-Fonds, einschließlich Continuation Funds. Die korrekte Umsetzung des CSSF-Rundschreibens 24/856, zu NAV-Berechnungsfehlern und Verstößen gegen Anlagevorschriften, wird ebenfalls aktiv überwacht.

5. ESG, Kosten und Anlegerschutz

Das Nachhaltigkeitsprogramm der CSSF umfasst sowohl die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die organisatorischen Vorkehrungen von IFMs als auch die Konsistenz nachhaltigkeitsbezogener Offenlegungen, einschließlich Analysen auf Portfolioebene. Im Bereich Kosten werden thematische Überprüfungen weiterhin Ausreißer bei Gesamtgebührenniveau, Performance-Fees und Transaktionskosten identifizieren. Anlegerschutz und die Vermeidung unangemessener Kosten bleiben zentrale Aufsichtsgrundsätze.

 

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Nikolaus Sernetz

Managing Partner | CEO

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