TPT V8: Was das geplante FinDatEx-Update für Solvency-II-Datenprozesse bedeutet

FinDatEx arbeitet an der nächsten Version des Tripartite Templates: TPT V8. Die geplante Aktualisierung soll die Änderungen aus dem Solvency-II-2020-Review sowie aktuelle Vereinfachungsinitiativen europäischer Aufsichtsbehörden widerspiegeln. Ziel ist es, das Template fachlich aktuell zu halten und gleichzeitig die operative Belastung für Asset Manager, Versicherer, Service Provider und weitere Marktteilnehmer zu reduzieren.

Nikolaus Sernetz
26. Mai 2026
5 Minuten
Neuigkeiten
Regulatorik

Für Unternehmen, die Solvency-II-Daten liefern, verarbeiten oder empfangen, ist das TPT ein zentraler Bestandteil der regulatorischen Dateninfrastruktur. Gerade deshalb ist die geplante Version V8 nicht nur ein Template-Update, sondern ein relevanter Impuls für Datenmodelle, Schnittstellen, Validierungslogiken und operative Reporting-Prozesse.

Als Fenion begleiten wir Marktteilnehmer bei regulatorischen Datenanforderungen — unter anderem im Bereich Solvency II TPT. Aus unserer Sicht ist es wichtig, die geplanten Änderungen frühzeitig zu analysieren, um Auswirkungen auf bestehende Datenlieferungen, Prozesse und Kundenanforderungen rechtzeitig bewerten zu können.

Was ändert sich mit TPT V8?

Der Schwerpunkt von TPT V8 liegt auf Vereinfachung, regulatorischer Anschlussfähigkeit und technischer Klarheit. Die Working Group hat mehrere Vereinfachungsmaßnahmen vorgesehen. Dazu gehört insbesondere die Entfernung von rund 20 Datenpunkten aus bisher 158 bestehenden Datenpunkten. Damit soll die Datenerhebung schlanker werden, ohne den notwendigen Informationsgehalt für Solvency-II-Zwecke zu verlieren.

Für die Praxis bedeutet das: Auch wenn einzelne Datenpunkte entfallen, müssen betroffene Marktteilnehmer prüfen, wie sich diese Änderungen auf bestehende Datenflüsse, Mapping-Logiken, Validierungen und Auslieferungsformate auswirken. Eine Reduktion von Datenfeldern kann operative Entlastung bringen, erfordert aber zunächst eine saubere fachliche und technische Einordnung.

Warum ist das Update wichtig?

TPT ist für viele Marktteilnehmer ein operativer Kernbaustein im Solvency-II-Datenhaushalt. Jede neue Version beeinflusst Schnittstellen, Datenmodelle, Validierungsregeln, Reporting-Prozesse und Kundenkommunikation. Auch wenn TPT V8 auf Vereinfachung abzielt, bedeutet die Umstellung zunächst technischen und fachlichen Aufwand.

Für Asset Manager und Datenprovider geht es vor allem darum, frühzeitig zu prüfen, welche Felder entfallen, welche Definitionen geändert werden und welche internen Systeme angepasst werden müssen. Versicherer wiederum müssen bewerten, ob die geplanten Vereinfachungen mit ihren SCR-, QRT- und Look-through-Prozessen kompatibel sind.

Aus Sicht eines regulatorischen Service Providers ist besonders wichtig, dass solche Änderungen nicht isoliert betrachtet werden. TPT-Daten stehen häufig in engem Zusammenhang mit weiteren regulatorischen Anforderungen, internen Datenhaushalten, Fondsstammdaten, Positionsdaten, Look-through-Informationen und kundenindividuellen Lieferformaten. Eine strukturierte Impact-Analyse hilft daher, spätere Umsetzungsrisiken zu vermeiden.

Geplanter Zeitplan

FinDatEx skizziert derzeit folgenden Fahrplan:

  • Mitte Juni 2026: Start einer gezielten Feedbackphase mit aktiven TPT-Mitgliedern und Teilnehmern der Steering Group 
  • Ende Juni bis August 2026: öffentliche Konsultation 
  • Mitte September 2026: Verarbeitung des Feedbacks und Finalisierungsarbeiten 
  • Ende September 2026: Validierung der finalen TPT-V8-Version 
  • Anfang Januar 2027: empfohlener Implementierungsstart 
  • Q1 2027: erwartete verpflichtende Umsetzung 

Dieser Zeitplan zeigt: Marktteilnehmer sollten nicht bis zur finalen Veröffentlichung warten. Die Analyse der Entwurfsversion sollte bereits während der Konsultationsphase beginnen.

Unsere Einordnung als Fenion

Für die Umsetzung von TPT V8 wird es nicht ausreichen, lediglich ein neues Excel-Template bereitzustellen. Entscheidend ist, wie die Änderungen in bestehende Daten- und Reporting-Prozesse integriert werden.

Aus unserer Sicht sollten Unternehmen insbesondere folgende Punkte frühzeitig betrachten:

  • Welche bestehenden TPT-V7-Datenpunkte sind von Änderungen oder Streichungen betroffen? 
  • Welche internen Datenquellen, Schnittstellen und Validierungsregeln müssen angepasst werden? 
  • Welche Auswirkungen ergeben sich für Kundenlieferungen, SLA-Prozesse und Kontrollmechanismen? 
  • Wie können Parallelphasen zwischen bestehender und neuer TPT-Version sauber organisiert werden? 
  • Welche Abstimmung ist mit Versicherern, Asset Managern, Verwahrstellen oder weiteren Datenempfängern erforderlich? 

Fenion unterstützt Marktteilnehmer dabei, regulatorische Anforderungen strukturiert in operative Prozesse zu übersetzen — von der Datenanalyse über Mapping- und Validierungslogiken bis hin zur qualitätsgesicherten Bereitstellung regulatorischer Datenformate wie dem Solvency II TPT.

Fazit

TPT V8 ist mehr als ein rein technisches Template-Update. Die neue Version steht für den Versuch, regulatorische Anforderungen, Marktpraktikabilität und operative Effizienz besser miteinander zu verbinden. Die geplante Reduktion von Datenpunkten ist ein wichtiges Signal: Solvency-II-Datenlieferungen sollen nicht umfangreicher werden, sondern zielgerichteter.

Für Versicherer, Asset Manager und Service Provider beginnt jetzt die entscheidende Phase. Wer die Draft-Version früh analysiert, Feedback einbringt und interne Systeme rechtzeitig vorbereitet, wird den Übergang zu TPT V8 deutlich reibungsloser gestalten können.

Als Fenion beobachten wir die weitere Entwicklung rund um TPT V8 genau und unterstützen unsere Kunden dabei, die kommenden Änderungen fachlich, technisch und operativ sauber umzusetzen.

 

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Nikolaus Sernetz

Managing Partner | CEO

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