Zur Startseite

TPT V8: Weniger Felder, mehr LEI

Am 28. Oktober 2026 hat FinDatEx die finale Version 8 des Tripartite Template (TPT) veröffentlicht. Für die Dezember-Produktion 2026 bleibt TPT V7 verpflichtend, ab der Produktion per Ende März 2027 ist V8 Pflicht. Damit fällt der erste Stichtag im neuen Format genau in das Quartal, in dem auch die überarbeiteten Solvency-II-Regeln zu gelten beginnen.

Nikolaus Sernetz
28. Oktober 2026
5 Minuten
Neuigkeiten
Regulatorik

Was ändert sich

V8 ist keine Revolution, sondern ein gründliches Aufräumen. Die finale Fassung trägt das Datum 8. Oktober 2026 und baut auf V7 vom 25. November 2024 auf. FinDatEx selbst spricht von technischen Aktualisierungen und Klarstellungen für den Datenaustausch zwischen Asset Managern und Versicherern.

In der Praxis lassen sich die Änderungen in vier Gruppen fassen:

  • Konsequente Ausrichtung auf den LEI: Emittenten, Emittentengruppen, Fondsemittenten und Verwahrstellen werden künftig über den Legal Entity Identifier identifiziert. Wo kein LEI existiert, sieht das Template definierte Ersatzkennungen vor.
  • Abbau von Altlasten: 18 Felder werden nicht mehr gepflegt und auf „N/A“ gesetzt. Sie bleiben aus technischen Gründen im Template, ihre Löschung wird für 2028 geprüft.
  • Neue Kapitalentlastungen abbilden: Zwei neue Felder (150 und 151) zeigen, ob gehaltene Fonds bzw. Aktien für die begünstigte Behandlung als langfristige Aktieninvestments oder aus Legislativprogrammen in Frage kommen.
  • Präzisierte Codelisten und Kommentare: Die Verbriefungstypologie (Feld 56) wird verfeinert, das Sektorfeld (148) verweist auf die jeweils gültige NACE-Version, und zahlreiche Kommentare zu Bewertung, Exposure und Gegenparteien wurden nachgeschärft.

Die Spaltenstruktur für nationale Zusatzanforderungen bleibt erhalten: NW 675 für deutsche Versicherer, SST für die Schweiz und IORP für Pensionskassen.

Was aus dem Template verschwindet

Achtzehn Datenpunkte tragen in V8 den Vermerk „No longer maintained by FinDatEx“. Sie müssen nicht mehr befüllt werden, die Spalten bleiben aber vorerst stehen, damit bestehende Schnittstellen nicht brechen.

Wer diese Felder heute noch aus eigenen Quellen befüllt, sollte prüfen, ob Empfänger sie tatsächlich noch auswerten. Mit der für 2028 diskutierten Löschung lohnt es sich, Mappings schon jetzt entsprechend zu kennzeichnen.

Wo Schwachstellen in den Daten liegen

Die neuen Anforderungen sind überschaubar, treffen aber genau die Stellen, an denen TPT-Dateien in der Praxis am häufigsten unvollständig sind.

  • Emittenten- und Gruppenkennungen: Die Felder 47/48 und 50/51 sind für nahezu alle CIC-Kategorien Pflicht, ebenso 81/82 für den Emittenten des Basiswerts. Code 1 steht für den LEI, Code 2 für eine andere externe Kennung, etwa die USt-IdNr. oder Länderkürzel plus nationale Registernummer, Code 9 für eine interne Kennung. Für börsennotierte Wertpapiere und Emittenten aus dem Finanzsektor bleibt der LEI zwingend.
  • Fondsemittent und Verwahrstelle: Weil die Codetyp-Felder 116, 120 und 141 entfallen, erwarten die Felder 115, 119 und 140 nun ausdrücklich den LEI der Verwaltungsgesellschaft, ihrer obersten Muttergesellschaft und der Verwahrstelle.
  • Verbriefungen: In Feld 56 wird die bisherige Kategorie „e“ in e1 (senior, nicht STS), e2 (junior, nicht STS) und e3 (sonstige) aufgeteilt. Das folgt den geänderten Spread-Risiko-Regeln für Verbriefungspositionen und setzt eine Einstufung auf Tranchenebene voraus.
  • Wirtschaftssektor: Feld 148 verlangt die jeweils gültige NACE-Version, mindestens den Buchstaben plus bis zu vier Ziffern ohne Punkte. Da das alte Sektorfeld 54 entfällt, ist 148 die einzige Sektorinformation im Template.
  • LTEI und Legislativprogramme: Die neuen Felder 150 (für Fonds und Aktien) und 151 (für Aktien) werden mit 0 (nicht geprüft), 1 (geeignet) oder 2 (nicht geeignet) befüllt. FinDatEx stellt klar, dass diese Analyse eine Zusatzleistung des Asset Managers ist. Wer sie anbietet, braucht eine dokumentierte und wiederholbare Prüflogik.

Dazu kommen kleinere Präzisierungen, die sich auf die Datenqualität auswirken: Bei Bankkonten ist als Emittent die Bank zu nennen, bei Derivaten die Gegenpartei bzw. die zentrale Clearingstelle. CFDs mit täglichem Margin Call sollen einen Marktwert nahe null ausweisen. Und für Währungen ohne ISO-Code verweist das Template auf die Marktpraxis, etwa CNH für offshore gehandelte Renminbi.

 

Warum 2027 das entscheidende Jahr ist

Der Zeitpunkt der Umstellung ist kein Zufall. Mit der Delegierten Verordnung (EU) 2026/269 hat die Kommission die Solvency-II-Durchführungsverordnung 2015/35 überarbeitet, unter anderem beim Aktienrisiko und beim Spread-Risiko für Verbriefungen. Die Verordnung gilt ab dem 30. Jänner 2027.

Der erste Quartalsstichtag unter den neuen Regeln ist damit der 31. März 2027. Genau für diesen Stichtag wird TPT V8 verpflichtend. Die neuen Felder zu LTEI, Legislativprogrammen und der verfeinerten Verbriefungstypologie liefern die Informationen, die Versicherer für die neuen Entlastungen brauchen. Fehlen sie, bleibt den Empfängern im Zweifel nur die konservative Standardbehandlung.

Für Asset Manager und KVGs bedeutet das: Die Dezember-Produktion 2026 läuft noch in V7, die März-Produktion 2027 muss bereits sauber in V8 kommen. Zwischen beiden liegt im Wesentlichen ein Quartal für Mapping, Datenbeschaffung und Tests. Wer Daten für mehrere Versicherer liefert, sollte zudem mit unterschiedlichen Umstellungszeitpunkten auf Empfängerseite rechnen, da V8 ab Jänner bereits freiwillig verwendet werden darf.

Die wichtigsten Termine

  • 8. Oktober 2026: Finaler Versionsstand TPT V8.0 nach Abschluss der Konsultation
  • 28. Oktober 2026: FinDatEx veröffentlicht TPT V8 samt Begleitdokumenten
  • Dezember 2026: Letzte Produktion, für die TPT V7 verpflichtend ist (Stichtag 31. Dezember 2026)
  • ab Jänner 2027: TPT V8 darf verwendet werden
  • 30. Jänner 2027: Geltungsbeginn der überarbeiteten Solvency-II-Delegierten Verordnung (DelVO 2026/269)
  • Ende März 2027: TPT V8 ist verpflichtend (Stichtag 31. März 2027)
  • 2028: Mögliche Löschung der 18 nicht mehr gepflegten Felder wird geprüft

Was jetzt zu tun ist

  • Mapping auf V8 abgleichen: Die geänderten Definitionen, Codelisten und N/A-Felder in den bestehenden V7-Mappings nachziehen und das Feld 1000_TPT_Version auf V8.0 umstellen.
  • LEI-Abdeckung prüfen: Fehlende LEIs bei Emittenten, Gruppen, Basiswerten und Verwahrstellen identifizieren und für Fälle ohne LEI eine klare Regel für Ersatzkennungen (Code 2) festlegen.
  • Neue Felder entscheiden: Klären, ob LTEI- und Legislativprogramm-Eignung (150, 151) aktiv bewertet oder mit 0 (nicht geprüft) gemeldet wird, und dies mit den Versicherern abstimmen.
  • Parallellauf einplanen: Die Dezember-Daten 2026 zusätzlich testweise in V8 erzeugen, um Lücken vor dem verpflichtenden März-Stichtag zu erkennen.

Gerne besprechen wir mit Ihnen, was TPT V8 für Ihre Fonds und Ihre Datenlieferungen konkret bedeutet.

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns persönlich.

Nikolaus Sernetz

Managing Partner | CEO

Das könnte dich sonst noch interessieren